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Basel, 09. Februar 2015 – Die Zeit, die wir in der vituellen Welt auf dem Internet mit googlen, twittern und posten verbringen, wird immer größer. Hand aufs Herz: Haben Sie sich nicht auch schon dabei ertappt, dass Sie “am Computer einfach hängengeblieben” sind und dadurch vielleicht sogar einen realen Termin verbummelt haben? Unter dem Titel «Wir zwitschern uns zu Tode» kritisiert Wolfgang Herles, ZDF-Kulturredakteur, dass die Leute nur noch in ihre Smartphones glotzen, anstatt in der realen Welt den Blickkontakt mit wirklichen Menschen zu suchen.

Für Herles ist dieser Zustand ein Widerspruch: «Verbunden mit der ganzen Welt, verlieren wir zugleich den Blick fürs Hier und Jetzt.» Zwar seien wir süchtig nach Anschluss an soziale Netzwerke, doch im selben Augenblick wird das Adjektiv “sozial” zur Farce, denn in der wirklichen Welt seien wir rastlos überall unterwegs und zugleich rettungslos verloren. Meinungsbildung gäbe es nicht mehr, dafür lediglich das Anschließen an vorgegebene Meinungen. Die Quantität der Followers und Likes gelte als Maßzahl von Wichtigkeit und Zustimmung.

Die Kritik ist nicht unberechtigt. Vor allem, seit die Mobiltelefone “smart” geworden sind. Seither beschränkt sich die virtuelle Welt nicht nur auf zuhause, sondern wird auf unterwegs mobil erweitert. Das Phänomen der Computersucht ist allerdings nicht erst seit den Smartphones eine Tatsache. Auf dem großen Netz der Netze kann jeder über unzählige Selbsttests kostenlos überprüfen, wie weit es um den akuten Zustand bestellt ist. Eines steht fest: Die Gesellschaft befindet sich bezüglich der online-Kommunikation bereits seit einiger Zeit im Wandel und durch die ernorme Leistungsfähigkeit der neuen Endgeräte bzw. neudeutsch Devices, wie das Smartphone und Tablet (-PC), wird sich das Verhalten sicherlich weiter ändern. Es war noch nie in diesem Umfang möglich, so schnell an so viel Information zu gelangen. Doch wir hinterlassen auch Spuren, wie wir uns verhalten und wo wir was sufen. Und genau hier liegt der Ansatzpunkt, an welchem die Unternehmen andocken: sie integrieren immer stärker die Social Media bei ihren Kommunikationsstrategien, da sie damit die Möglichkeit haben, in die Privatsphäre der Nutzer vorzudringen. Wichtig ist, dass man sich dessen bewußt ist. Doch diese Möglichkeiten der Informationsflut bringt nicht nur Nachteile. Heute lassen wir uns nicht so schnell ein X für ein U vormachen. Wenn der Arzt mit seinem Doktorlatein beeindruckt, können wir uns -im Gegensatz zu früher- zumindest orientieren, um was es sich handelt.

Bleibt es an uns selbst zu entscheiden, wieviel unserer kostbaren Zeit wir virtuell im WWW oder in der realen Welt in unserer Privatssphäre durch “richtiges” Lesen oder “wirkliches” Diskutieren verbringen möchten. Warum lassen wir den PC am Wochenende nicht einmal aus oder schalten das Handy erst gar nicht ein? Wir entscheiden selbst, wie, wo und was wir zwitschern möchten!

2 thoughts on “Zwitschern wir wirklich zu viel?

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